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 Heilpflanzenkunde für Tiere allgemein
Birte Offline


Beiträge: 708


16.02.2011 12:08
Phytotherapie und die Unterdrückung antworten

Hallo liebe Leser,

immer wieder hört man, dass die Phytotherapie doch irgendwie wie Schulmedizin ist und Erkrankungen oder Symptome unterdrückt. Und wir wissen alle als Therapeuten, dass Unterdrückung nicht gut ist, weil der Körper sich an anderer Stelle eine neue Baustelle sucht.

Nun möchte ich aber mal für die Phytotherapie sprechen. Ja, man kann unterdrücken, ganz hervorragend sogar. Aber das ist nicht der Sinn der Phytotherapie und als Therapeut ist man immer gefordert sich umfangreich Gedanken zu machen, was bewirke ich mit meiner Anwendung und will ich das so?

Ich führe mal wieder als Beispiel die Hustenheilpflanzen auf. Es gibt ganz verschiedene Wirkrichtungen. So gibt es Heilpflanzen, die den Schleim lösen und damit den Hustenreiz eher fördern, damit der Schleim abgehustet werden kann. Es gibt aber auch Heilpflanzen, die beruhigend auf die Schleimhaut wirken und den Hustenreiz dämpfen. In der Therapie möchte ich mal dieses und mal jenes erreichen. Habe ich ein verschnottertes Tier, dann muss ich zusehen, dass ich den Schleim raus bekomme. Hier wäre es Quatsch eine Schleimhaut beruhigende Heilpflanze anzuwenden. Hier muss ich Schleim lösen und der Patient hustet vermehrt in den folgenden Tagen. (Das muss ich dem Tierbesitzer unbedingt erklären!!!!!). Unterdrücke ich nun, wenn ich dem hustenden, verschleimten Patienten einen Schleimlöser gebe? Nein! Ich unterstütze, aber ich unterdrücke nicht.

Wann könnte nun eine Schleimhaut beruhigende Heilpflanze angezeigt sein? Es gibt Pathologien, die durch Reizung ausgelöst werden. Natürlich muss ich hier zuerst an die Ursache heran, wie bei so vielen Erkrankungen. Schalte ich diese nicht aus, hustet das Tier sicher auch mit Heilpflanzenanwendung weiter, vielleicht nicht so stark, aber ich vertusche dann nur. Beseitige ich die Ursache, kann es jedoch sein, dass der Patient bereits so gereizte Schleimhäute hat, dass allein dies schon den Husten auslöst. Hier muss ich dann wieder unterstützen und dem Tier diesen Reiz ein wenig nehmen, damit es abheilen kann. Beim Pferd sind dies z.B. die Kehlkopfentzündungen. Wieder unterstütze ich, obwohl ich eine hustenreizunterdrückende Pflanze verwende. Versteht ihr was ich meine?

Manchmal möchte ich aber auch tatsächlich unterdrücken. Schmerzen sind hier z.B. eine wichtige Indikation. Schmerz an sich ist eine wertvolle Funktion des Körpers, um sich vor weiteren Belastungen zu schützen. Der Patient soll sich schonen, was ihm allein durch den Schmerz ja schon vorgegeben wird. Nun ist es aber so, dass bei manchen chronischen Geschehen der Schmerz allgegenwärtig ist und die Lebensqualität stark einschränkt. Ich denke hier an die Arthrosehunde, die schon im fortgeschrittenen Alter sind. Hier habe ich mit der Phytotherapie eine wertvolle Möglichkeit, die dazu nebenwirkungsarm ist, den Hund zu unterstützen, diesmal tatsächlich indem ich auch unterdrücke. Natürlich begleitet man diese Therapie mit Anwendungen, die dem Entzündungsgeschehen entgegenwirkt. Sie ist nie alleinige Maßnahme.

Falls ihr Beispiele habt, wo man eine Unterdrückung in der Phytotherpie erkennt oder ihr Euch fragt, ist die Anwendung nun eine Unterdrückung oder helfe ich dem Patienten damit wirklich, dann schreibt gern hier Eure Gedanken.

Liebe Grüße

Birte

http://www.pferdekraeuterhexe.de

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